Heyne
Hardcover
592 Seiten
24,00€
Erscheinungstermin: 15. Juli 2026
ISBN: 978-3-453-27585-0
Worum geht's?
Liebe kann tödlich sein – der düster-sinnliche Auftakt zur Dark-Academia-Sensation.Viola verabscheut die Todesmagie, mit der sie begabt ist. Diese hat schließlich ihrer Schwester Olivia das Leben gekostet. Um herauszufinden, was ihrer Schwester zugestoßen ist, schreibt sie sich am Gorhail Institute of Magic ein, wo Olivia ihre letzten Tage verbrachte. Dort trifft Viola auf Sylas, einen Giftmagier. Viola und Sylas misstrauen einander vom ersten Augenblick an, denn Sylas' Mutter starb ebenfalls durch die Hand eines Mortemagiers. Als er Viola nach einem Angriff widerwillig heilt, entsteht eine Bindung zwischen den beiden, die seine Loyalität – und seinen gesunden Menschenverstand – über den Haufen zu werfen droht. Doch dann kommen die beiden in den verwinkelten Gängen und düsteren Katakomben der Schule schließlich einer Verschwörung auf die Spur: Jemand tötet Magier, um ihre Magie zu stehlen. Und Viola soll die Nächste sein ...
Meine Meinung:
Okay, ich glaube, Deathbringer ist eines dieser Bücher, bei denen ich meine Meinung während des Lesens ungefähr dreimal neu sortieren musste.
Nicht, weil ich das Buch schlecht fand – ganz im Gegenteil. Aber mein Gefühl am Anfang und das nach dem letzten Kapitel könnten unterschiedlicher kaum sein.
Am Anfang musste ich mich erst einmal einfinden. Es gibt viele Begriffe, verschiedene Magiearten, Häuser, Relikte und Zusammenhänge, die man nicht unbedingt sofort alle sortiert bekommt. Für mich war es jetzt nicht so, dass ich gar nichts verstanden hätte, aber wirklich flüssig bin ich anfangs eben auch nicht durch die Geschichte gekommen. Ich musste mich ein bisschen orientieren und mir nach und nach meine eigene kleine Landkarte dieser Welt bauen.
Aber dann passierte etwas ziemlich Schönes: Je länger ich gelesen habe, desto mehr war ich drin.
Im zweiten Abschnitt hatte ich schon deutlich mehr das Gefühl, die Welt und das Magiesystem zu verstehen. Gleichzeitig wurde die Geschichte immer spannender. Es gab immer mehr Geheimnisse, immer mehr Fragen und natürlich auch immer mehr Theorien meinerseits.
Und spätestens beim letzten Drittel war ich dann komplett verloren. Also im besten Sinne.
Was war bitte dieses Finale?!
Ich hatte natürlich meine Vermutungen. Ich dachte zwischendurch wirklich, ich hätte bestimmte Dinge durchschaut. Und Deathbringer so: „Süß, dass du das glaubst.“
Gerade die vielen Enthüllungen und Wendungen haben mich teilweise wirklich kalt erwischt. Einige meiner Theorien haben sich in Luft aufgelöst und andere Dinge kamen so völlig anders, als ich erwartet hatte.
Und genau das hat mir richtig viel Spaß gemacht.
Ich liebe es, wenn ich beim Lesen miträtseln kann und ein Buch mich trotzdem noch überraschen kann. Bei Deathbringer hatte ich dieses Gefühl besonders gegen Ende immer wieder.
Auch Viola ist mir im Laufe der Geschichte immer mehr ans Herz gewachsen. Ihre Vergangenheit, ihr Verhältnis zu ihrer Magie und all das, was sie im Laufe der Handlung herausfinden muss, machen sie für mich zu einer spannenden Protagonistin. Gerade ihre emotionale Entwicklung fand ich schön mitzuerleben.
Und dann wäre da noch Sylas.
Hach. Dieser Mann hat es mir wirklich nicht leicht gemacht.
Mit ihm hatte ich ein permanentes Auf und Ab. Es gab Momente, da fand ich ihn richtig toll und konnte seine Beweggründe nachvollziehen. Und dann kam wieder irgendeine Situation, bei der ich Viola gegenüber einfach nur dachte: Junge, jetzt reiß dich doch bitte mal zusammen!
Aber genau dieses Hin und Her hat für mich auch einen gewissen Reiz ausgemacht.
Was mir besonders gefallen hat: Die Beziehung zwischen Viola und Sylas nimmt zwar einen wichtigen Platz ein, aber sie überrollt nicht die eigentliche Fantasygeschichte. Die beiden bekommen Zeit, sich anzunähern, und ihre Entwicklung fühlt sich dadurch für mich deutlich glaubwürdiger an.
Und dann gibt es natürlich noch Charaktere wie Beau und Lyria, die ich wirklich sehr gern mochte. Gerade Lyria hat sich ziemlich schnell in mein Herz geschlichen – umso mehr habe ich bei manchen Entwicklungen mit ihr mitgelitten.
Überhaupt mochte ich den Mix aus düsterer Fantasy, Magie, Geheimnissen und den etwas leichteren Momenten zwischendurch sehr gern. Die Atmosphäre hat für mich einfach etwas Besonderes.
Was ich allerdings sagen muss: Man sollte dieses Buch nicht unbedingt nebenbei lesen.
Gerade bei den vielen Begriffen und Zusammenhängen lohnt es sich, aufmerksam zu bleiben. Ich glaube, hätte ich versucht, Deathbringer nur so halb mit einem Auge zu lesen, hätte ich irgendwann selbst einen Häscher gebraucht, der mich wieder aus dem Chaos herausführt.
Aber genau diese Komplexität hat für mich irgendwann auch funktioniert. Denn je mehr ich verstanden habe, desto mehr Spaß hat es gemacht, mitzurätseln und meine eigenen Theorien aufzustellen.
Und jetzt kommt das Gemeine:
Das Buch beantwortet zwar einige Fragen, aber natürlich nicht alle. Stattdessen sitze ich nach dem Ende hier und habe ungefähr tausend neue. Ich brauche Antworten. Dringend.
Das Ende hat mich gleichzeitig überrascht, emotional erwischt und vor allem eines bei mir ausgelöst:
Ich will wissen, wie es weitergeht.
Wenn ich also meinen gesamten Leseweg betrachte, war Deathbringer für mich definitiv eine kleine Entwicklung. Ich musste am Anfang erst einmal in die Welt hineinfinden, wurde dann aber von Abschnitt zu Abschnitt neugieriger und war spätestens im letzten Drittel wirklich gefesselt.
Es ist kein Buch, das mich von der allerersten Seite an komplett umgehauen hat. Aber es ist eines, das sich immer weiter in meinen Kopf geschlichen hat – und bei dem ich am Ende tatsächlich traurig war, dass ich die letzte Seite erreicht hatte.
Und ganz ehrlich?
Wenn ein Buch mich nach dem Ende mit einem kleinen emotionalen Schaden, tausend Fragen und dem dringenden Wunsch nach Band 2 zurücklässt, dann hat es definitiv etwas richtig gemacht.
Mein Fazit
Deathbringer ist eine düstere, komplexe Fantasygeschichte mit einem Magiesystem, in das man sich erst einfinden muss, einer Menge Geheimnisse, überraschenden Wendungen und Charakteren, die einem im Laufe der Geschichte immer mehr ans Herz wachsen.
Für mich wurde das Buch mit jeder Seite stärker – und das letzte Drittel hat mich dann endgültig gepackt.
Nicht perfekt für mich, gerade der Einstieg hätte für meinen Geschmack etwas zugänglicher sein dürfen. Aber ich bin wirklich froh, dass ich drangeblieben bin.
Denn am Ende saß ich da und dachte nur:
Ich brauche Band 2. Am besten gestern.
Vielen lieben Dank an den Verlag und das Bloggerportal für das bereitgestellte Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon unberührt.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen