Penhaligon
Hardcover mit Schutzumschlag
848 Seiten
25,00€
Erscheinungstermin: 01. Oktober 2025
ISBN (Hardcover): 978-3-7645-3369-4
Erscheinungstermin: 01. Oktober 2025
ISBN (Hardcover): 978-3-7645-3369-4
Worum geht's?
Sie sollte in der Hölle schmoren – doch sie fand die Hölle alles andere als quälend!
Die Hölle ist ein Ort voller unglücklicher Seelen, die nur eines im Sinn haben: sich über ihr Dasein lautstark zu beschweren. Zum Glück ist die kürzlich verstorbene Lily zur Stelle. Obwohl sie wenig begeistert von ihrem Tod ist, fasziniert sie die Hölle – der Kaffee ist gut und die Dämonen sind nett, wären nur nicht die vielen unzufriedenen Seelen. Durch jahrelange Erfahrung im Kundendienst gestählt, bietet Lily ihre Hilfe an und errichtet den Hellp-Desk. Und mit der ihr eigenen Geduld knackt sie sogar den introvertierten Dämon Bel, der leider zu heiß ist, um nur ihr Kumpel zu sein …
Meine Meinung:
Hell’s Belles – For Whom the Belle Tolls war für mich genau so ein Buch. Keines, das ich einfach verschlungen habe, sondern eines, das ich immer wieder kurz zur Seite legen musste, um einen Gedanken wirken zu lassen oder eine Szene noch ein bisschen bei mir zu behalten.
Ich bin ohne große Erwartungen gestartet. Eine Romantasy, die in der Hölle spielt, klang für mich zunächst nach Drama, Dunkelheit und Chaos, besonders nach der Leseprobe. Bekommen habe ich stattdessen eine Geschichte, die überraschend warm, ruhig und sehr emotional reflektiert ist. Eine Hölle, die sich fast vertraut anfühlt.
Jaysea Lynn erschafft hier keine klassische Fantasy-Hölle. Kein Ort des reinen Schreckens, sondern eine Welt, die stellenweise fast wie ein überforderter Verwaltungsapparat wirkt. Laut, chaotisch, voller Seelen – und voller Regeln. Dieses Worldbuilding hat mich besonders fasziniert, weil es so nahbar bleibt. Die Hölle ist hier kein bloßer Hintergrund, sondern ein Spiegel für Schuld, Heilung, zweite Chancen und die Frage, was man aus einem Leben eigentlich mitnimmt.
Alles ist bewusst ruhig erzählt, fast schon alltäglich. Wer epische Schlachten oder große Fantasy-Momente erwartet, wird sie hier nicht finden – aber genau diese Zurückhaltung hat für mich unglaublich gut funktioniert.
Lily – leise Stärke und viele Gedanken
Lily als Protagonistin hat mich nicht sofort für sich gewonnen, sondern eher langsam. Sie ist freundlich, offen, sehr reflektiert und verbringt viel Zeit mit ihren eigenen Gedanken.
Ja, sie wirkt stellenweise fast zu ausgeglichen, vielleicht sogar ein wenig zu perfekt. Aber gerade diese Sanftheit hat für mich zur Geschichte gepasst. Lilys Auseinandersetzung mit Krankheit, Tod und dem eigenen Wert ist ruhig erzählt, ohne große Dramatik, aber mit einer emotionalen Tiefe, die mich immer wieder innehalten ließ.
Bel – leise Präsenz statt großer Gesten
Bel ist kein typischer Fantasy-Dämon. Kein lauter, dominanter Held, sondern ruhig, loyal und konstant.
Seine Stärke liegt nicht in großen Gesten, sondern in Verlässlichkeit. Und genau das hat ihn für mich so greifbar gemacht.
Die Beziehung zwischen Lily und Bel entwickelt sich langsam und ohne unnötiges Drama. Kein ständiges Missverstehen, kein künstliches Hin und Her. Stattdessen Gespräche, Nähe und Vertrauen.
Zwischen Melancholie, Humor und Zeit
Hell’s Belles ist kein Buch, welches mich emotional überrollt hat. Es traf mich leise. In kleinen Szenen. In Nebenfiguren, deren Geschichten plötzlich Gewicht bekommen. In Gedanken, die man noch Tage später mit sich trägt. Gleichzeitig nimmt sich diese Geschichte sehr viel Zeit. Mit ihren 848 Seiten erzählt sie bewusst ausführlich, manchmal vielleicht sogar ein wenig zu ausführlich. Einige Gedanken wiederholen sich, manche Gespräche hätten für meinen Geschmack etwas gestraffter sein dürfen.
Auch bei den Nebenfiguren hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass hier noch mehr Tiefe möglich gewesen wäre. Viele von ihnen bleiben eher Momentaufnahmen – auch wenn ihre Ansätze sehr berührend sind.
Und trotzdem: Genau diese Ruhe gehört zum Kern des Buches. Hell’s Belles möchte nicht antreiben, nicht hetzen, sondern begleiten.
Wer eine klare Spannungskurve oder actionreiche Fantasy sucht, könnte sich stellenweise etwas verloren fühlen. Für mich war es eher ein Buch, das man nicht durchliest, sondern durchlebt – mit all seinen leisen Momenten und kleinen Längen.
Fazit
Hell’s Belles – For Whom the Belle Tolls ist eine ruhige, emotionale Romantasy, die weniger auf Action und mehr auf Gefühl, Reflexion und Beziehung setzt.
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